Elternbrief 1 2010/11
Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler des TGL, Lübeck, den 13.09.2010
wie in jedem Jahr um diese Zeit, möchte ich Sie auf diesem Wege informieren über die Unterrichtsversorgung, über
geplante Aktivitäten, wichtige Veränderungen und die aktuelle Terminlage.
Die Personalsituation
Nach der Pensionierung von Herrn Schuldt ist Frau Christiane Reimers (Englisch, Französisch) neu in unser Kollegium gekommen. Frau Rocksien-Jacobs wurde zum 1. Februar pensioniert. Frau Gieß hofft wie wir, dass sie zum 1. Februar den Dienst wieder aufnehmen kann. Frau Butenhoff hat einen Sohn bekommen und ist jetzt in der Elternzeit.
Herr Weis wird erst nach den Herbstferien wieder zur Schule kommen. Herr Kühl fällt leider bis auf weiteres aus. Ich habe umgehend im Bildungsministerium Ersatz bzw. Krankenvertretung für Herrn Weis und Herrn Kühl angefordert, aber es sieht wie schon in den vorangegangenen Jahren in dieser Hinsicht sehr schlecht aus: Das Ministerium möchte helfen, hat aber keine Lehrer, die bereit sind, für nur kurze oder unbestimmte Zeit irgendwo eine Vertretung zu übernehmen.
Zum 1. Februar wird Herr Wiedemann pensioniert werden, und auch hier hat meine Suche nach einer Nachfolge natürlich längst begonnen, und die ersten Interessenten haben sich bereits gemeldet.
Schülerzahl(en)
In unseren beiden neuen 5. Klassen wurden 52 Kinder eingeschult.
Unsere größte Klasse hat 32 (7b), unsere kleinste 12 Schüler (13b, Profilklasse Biologie).
Der Klassendurchschnitt beträgt 23,3 Schüler; dies ist eine Klassenfrequenz, die die Bewältigung der pädagogischen Aufgaben und Herausforderungen im sozialen und soziologischen Umfeld des Stadtteils sehr gut ermöglicht und auch immer wieder gut gelingen lässt.
Die Schule hat jetzt mit insgesamt 421 Schülern die seit Jahren gewohnte und konstante Zahl.
Die Zahl der Schüler in der Sekundarstufe I beträgt 303, damit ist die Forderung der „Handreichungen für Schulträger zu den Bestimmungen des neuen Schulgesetzes“ (27. 03. 2007 / Kap. 5: Mindestgröße) von 300 Schülern als Mindestgröße erfüllt.
Sowohl in den neuen 5. Klassen als auch am TGL insgesamt haben mit 75,0% bzw.72,2% etwa ¾ der Schülerschaft eine Empfehlung zum Gymnasium.
Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund beträgt in den 5. Klassen 1,9% und für die Schule insgesamt 3,5%.
Die Abiturdurchschnittnote 2010 ist 2,66 (Landesdurchschnitt 2,56).
Die Neuerungen im Rückblick
1) Zwei Jahre G8 liegen hinter uns, unsere 7. Klassen sind jetzt „in G8“ – und im Lande ist es ruhig geworden zu diesem Thema, die Aufregung hat sich gelegt. Wir können feststellen, dass die Kinder durch unsere speziellen pädagogischen Anpassungen recht gut mit den erhöhten Anforderungen zurechtkommen: Das Doppelstunden-Prinzip, das gemeinsame Mittagessen und die anschließende Mittagspause, die lange 3. große Pause, deutlich weniger Hausaufgaben und weniger Klassenarbeiten lassen sie mit den gestiegenen Belastungen besser fertigwerden als viele zunächst befürchtet haben, offenbar bedeutet G8 eben doch nicht die höhere Gefahr des Versagens und Scheiterns.
Für diese Einschätzung sprechen auch die Zahlen der Schrägversetzungen vom Gymnasium zur Realschule am Ende der Orientierungsstufe: Während in den G9-Jahrgängen immer einige (3 bis 6) Schüler zur Realschule schräg versetzt wurden, konnten jetzt alle G8-Schüler in die 7. Klasse versetzt werden.
Aus pädagogischen Gründen nehmen auch die 7. Klassen zweimal in der Woche zusammen mit ihren Klassenlehrern am gemeinsamen Mittagessen in unserer Mensa teil, und das Essen von Cafe Lenschow findet von allen Seiten viel Zuspruch.
2) Die Profiloberstufe ist nun aufgewachsen bis zur 13. Klasse, es gibt also eine 13a und eine 13b. Die beiden Profilfächer wurden im zweiten Jahr deutlich ausgeglichener angewählt ais im ersten Durchlauf.: 12. Jahrgang: 17 Schüler in der 12a (Profilfach Geschichte) und 16 Schüler in der 12b (Profilfach Biologie), 11. Jahrgang: 28 Schüler in der 11a (Profil Geschichte) und 25 Schüler in der 11b (Biologie).
Allmählich scheint sich zu bestätigen, dass wir mit der Auswahl dieser beiden Fächer als Profilfächer für unser TGL die richtige Entscheidung getroffen haben. Auch weiterhin bieten wir neben Naturwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft für unsere Schüler optional als drittes noch ein „Sprach-Profil“ an, indem wir in den Klassen 11 bis 13 die zweite und dritte Fremdsprache Französisch und Latein durchgängig mit jeweils 4 bzw. 3 Wochenstunden vorhalten. Inzwischen gibt es eine neue Oberstufen- und Abiturprüfungsverordnung (OAPVO 2010), sie berücksichtigt die gesammelte Kritik, die landesweit an der Verordnung geübt und dem Ministerium vorgetragen worden ist und entlastet die Schüler durch neue Regelungen:
Die Schüler haben nun wieder mehr Wahlmöglichkeiten, es gibt in den Fremdsprachen, Religion / Philosophie, Kunst / Musik wieder Kurse. Diese können sich am TGL allerdings nur in sehr geringem Umfang auswirken, da die Wahlmöglichkeiten an einer so kleinen Schule natürlich auch entsprechend begrenzt sind und bleiben.
Die Anzahl der Leistungsnachweise (Klassenarbeiten) wurde deutlich verringert. Die Prüfung in einem fünften Prüfungsfach findet noch nur auf Antrag des Prüflings statt. Die Schüler unserer 12. und 13. Klassen haben als Übergangsjahrgang die Wahl, ob sie sich noch nach der alten oder bereits nach der neuen OAPVO prüfen lassen wollen. Dies erfordert eine sehr eingehende individuelle Beratung durch den Oberstufenleiter. Für die 11. Klassen und die darunter folgenden Jahrgänge sind die neuen Regelungen bereits in Kraft.
3) Der MSA (Mittlere Schulabschluss) bescherte uns wieder sehr hohen zusätzlichen Planungs- und Verwaltungsaufwand.
14 Schüler und Schülerinnen wurden von den Klassenkonferenzen der 10. Klassen zu dieser Prüfung verpflichtet, alle haben sie bestanden. Vier von ihnen erreichten den qualifizierten MSA und damit die direkte Berechtigung zum Eintritt in die Oberstufe. Der MSA soll nach mehrfachen Ankündigungen des Ministeriums abgeschafft und durch eine Anerkennungsregelung für den Realschulabschluss ersetzt werden. Nach letzten Informationen aus Kiel hat sich die parlamentarische Behandlung dieser neuen Regelung jedoch verzögert, so dass noch nicht absehbar ist, wann sie durch den Landtag verabschiedet werden wird und damit in Kraft treten kann. Die Schulen rechnen zwar damit, dass es im nächsten Sommer keinen MSA mehr geben wird, müssen sich aber zur Sicherheit dennoch inhaltlich und organisatorisch darauf einstellen, dass er doch durchgeführt werden könnte.
4) Nachprüfungen und die Versetzung auf Probe waren erstmals in gehäufter Form zu bewältigen.
Die seit 2008 geltende Schulart- und Versetzungsordnung für das Gymnasium (SAVOGym) brachte es mit sich, dass die Klassenkonferenzen zum Schuljahresende für einen Schüler die Versetzung in die nächst höhere Klassenstufe auf Probe (für maximal ein halbes Jahr) und für fünf weitere Schüler Nachprüfungen am ersten Schultag nach den Sommerferien beschlossen. Für fünf Schüler waren 13 schriftliche und 13 mündliche Prüfungen, jeweils mit Erst- und Zweitgutachter bzw. mit Prüfer und Protokollant, zu planen und vorzubereiten; die Schüler mussten in jedem Fach mit mangelhaften Leistungen eine schriftliche und eine mündliche Prüfung ablegen. Damit waren 15 Lehrer während des gesamten Vormittags beschäftigt.
Da einige der Schüler bis zu vier Prüfungen machen mussten, wurde am zweiten Schultag weiter geprüft. Die Versetzung auf Probe und die Nachprüfung gab es in diesem Jahr zum ersten und zum letzten Mal: Ab dem 01. 08. 2010 und bis zum 31. 07. 2013 gelten neue Bestimmungen.
5) Neu sind die so genannten Intensivierungsstunden: Diese sollen in den G8-Klassen (5 – 7) in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Mathematik und der zweiten Fremdsprache nicht für das Weitergehen im Stoff, also den Lernfortgang, verwendet werden, sondern zur Wiederholung, Vertiefung, Übung, speziellen Förderung der schwächeren wie der leistungsstärkeren Schüler – eben zur Intensivierung. Es können dabei z.B. auch Klassen für diese Stunden geteilt und der Intensivierungs-unterricht in kleineren Lerngruppen durchgeführt werden. Die dafür erforderlichen zusätzlichen Lehrerstunden wurden vom Bildungsministerium bewilligt. Nun sind aber Lehrer-Stunden nicht dasselbe wie Lehrer-Personen: Die Schule muss diese Stunden aus dem vorhandenen Topf an insgesamt vorhandenen Lehrern bzw. Lehrerstunden bezahlen.
Wenn nun in einem Fach wegen Lehrermangels der Unterricht gekürzt werden oder gar ganz ausfallen muss, wird man in diesem Fach sicher nicht noch weitere Stunden für die Intensivierung abzweigen. Im Prinzip ist diese Maßnahme jedoch sehr zu begrüßen: Begrenzung des Lernstoffs und „Entschleunigung“ des Lernens, dies ist eine weitere Reaktion auf Elternproteste gegen G8. Es gibt für die Intensivierungsstunden verschiedene Modelle; wir wollen auf unserem Schulentwicklungstag am 13. 09. 2010 ein für uns passendes Konzept erarbeiten. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass die Stelle von Herrn Schuldt noch nicht wiederbesetzt ist und dass uns Herr Wiedemann zum Halbjahr verlässt. Ich werde ein vollwertiges Konzept für die Intensivierungsstunden daher erst mit Beginn des 2. Halbjahres haben, wenn unsere Versorgung mit Lehrern und auch deren Fächerkombinationen feststehen, bis dahin werden wir eine Übergangslösung praktizieren.
Bauarbeiten, Schulgebäude und Ausstattung
Das neue Gründach wurde im letzten Jahr fertig gestellt - und ist dicht! Die gesamte Außenhaut mit Hunderten von Fenstern, integriertem Sonnenschutz sowie einer sensorgesteuerten Außen-beleuchtung wurde erneuert und kürzlich offiziell übergeben – den „Käsebunker“ gibt es nun nicht mehr! Als nächste Maßnahme werden nun abschließend auch die Grünflächen wieder hergerichtet.
Es wird zurzeit im Treppenhaus III ein Aufzug für Rollstuhlfahrer eingebaut, dies ist ein Beschluss der Lübecker Bürgerschaft, der für alle Lübecker Schulen gilt.
Während der Sommerferien und in den ersten Wochen nach Schulbeginn wurden Tausende von Metern an Kabel im Gebäude für ein internes Netzwerk verlegt: Wir haben jetzt Internetzugang in jedem Klassenraum. Das nächste größere Projekt ist die Erneuerung der Außenhaut auch bei den Sporthallendächern, nachdem der innere Teil des Daches zu unserer Freude bereits im vergangenen Jahr erneuert worden ist.
Weitere Hinweise:
1) Unser Schulsekretariat ist Mittwochs und Freitags nicht besetzt, Frau Bitter muss dann an der Matthias-Leithoff-Schule Dienst tun. Sie können sich an diesen Tagen an das Sekretariat der Trave-Gemeinschaftsschule wenden:
Frau Pöppel, Tel. 122 84 88 – aber bitte nur in wirklich ganz dringenden Notfällen!
2) Wichtige Termine und weitere Informationen zur Schule finden Sie dank der vorzüglichen Pflege unserer Homepage durch Herrn Dr. Matlok immer
aktuell unter www.trave-gymnasium.de
Mit freundlichen Grüßen
Arno Reimann Lübeck, den 13. 09. 2010

